Der Winter naht

Veröffentlicht: 12.11.2017 00:00

Draußen wird es so langsam ungemütlich. Die Wetterfrösche sagen für morgigen Montag Schneefall in weiten Teilen Deutschlands voraus. Ab bereits 500 Metern ist mit Schnee zu rechnen. Spätestens jetzt sollte sich auch der Letzte um seinen Reifenwechsel gekümmert haben.


Von O bis O


...so lautet eine gängige Faustregel für das Fahren mit Winterreifen. Die beiden O’s stehen für Oktober und Ostern. Damit macht man selten etwas falsch, denn außerhalb dieser Zeit ist die Gefahr vom Schnee überrascht zu werden zumindest in unseren Breitengraden sehr gering. Doch wie sieht es gesetzlich aus?


Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen nur Reifen mit folgenden Eigenschaften gefahren werden:


-Winterreifen mit M+S Kennzeichnung

-Allwetterreifen mit M+S Kennzeichnung

-Ganzjahresreifen mit M+S Kennzeichnung


M+S steht für Mud & Snow, also Matsch- und Schneetaugliche Reifen, kann so aber von jedem Hersteller ohne gesetzliche Vorgaben auf den Reifen aufgedruckt werden.





Daher neu ab 01.01.2018:

Ab Januar müssen neu gekaufte Winterreifen das dreigezackte Symbol mit der Schneeflocke aufweisen, um den gesetzlichen Mindestanforderungen für Winterreifen zu genügen. Eine einfache M+S Kennzeichnung reicht dann nicht mehr aus. Doch keine Sorge, vor 2018 gekaufte Winterreifen können erstmal noch weitergefahren werden. Auch ohne Schneeflocke!



Flensburg calling


Der Bußgeldkatalog bittet euch im Falle, dass ihr mit ungeeigneter Bereifung erwischt werdet, mit folgenden Summen zur Kasse:


Fahrer: Der Fahrer wird wie bisher mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister bestraft. Die Strafe kann aber je nach Witterung oder der Gefährdung anderer auf 80-120 Euro und einen Punkt ansteigen.


Halter: Dieser muss bei Verstoß mit einer Geldbuße von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.





Grobe Fahrlässigkeit


Und die Kfz-Versicherung? Hier wird es unter Umständen noch teurer. Beruhigen können wir euch, was die Kfz-Haftpflichtversicherung angeht. Diese zahlt auch wenn ihr mit Sommerreifen einen Unfall baut. Unter Umständen geht die Versicherung aber in Regress. Bis zu 5000 Euro kann sie von euch zurückfordern. In der Vollkaskoversicherung kann eure Versicherung den Schaden unter Umständen komplett ablehnen. Unter Umständen?


Ja, denn Versicherer können solche Schäden nur ablehnen, wenn diese als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden. Und hier kommen wir zu einem ganz entscheidenden Punkt: Viele Versicherer haben einen sogenannten “Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit” in ihren Vertragsbedingungen verankert. Dieser schützt euch vor Regressnahme oder einem Ablehnungsschreiben im Schadenfall.


Checkt also unbedingt eure Vertragsbedingungen (je älter diese sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Passus nicht vorhanden ist). Wir helfen euch aber auch gerne dabei, einfach melden!


Also alle die noch keine Winterreifen drauf haben: Ab zum nächsten Reifenhändler! Auch wer sich die Bußgelder leisten kann: Eure Gesundheit geht vor. Also “nur mit (Winter) Gummi :-)






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