Steuern. Macht keinen Spaß - muss aber sein!

Veröffentlicht: 10.05.2019 15:00

...und mit unseren Tipps ist vielleicht die ein oder andere Mark gespart :-)


Kennt ihr das auch? Ende Mai rückt näher und der Berg an abzuarbeitenden Dokumente und Rechnungen für die Steuererklärung will einfach nicht kleiner werden? Aufschieben bis zum letzten Tag, dann eilig zum Finanzamt und mit dem Schlusspfiff gerade so noch abgeben?


Für euch alle heißt es dieses Jahr entspannen. Ihr könnt weiter aufschieben bis in den Juli, denn die Frist zur Abgabe der Einkommenssteuererklärung wurde auf den 31.07. verlegt. Für die meisten ändert dies wahrscheinlich nur eins: Einfach bis Ende Juli warten - und dann komplett in Panik ausbrechen ;-)


Wer sich das dieses Jahr nicht geben will, der nimmt sich jetzt seinen Terminkalender, sucht sich einen Termin nächste Woche raus - und dann ran an den Speck.


Wir haben uns mal mit dem Thema beschäftigt - und für euch die wesentlichen Versicherungen unter die Lupe genommen, die ihr von der Steuer absetzen könnt. Denn was viele nicht wissen: Für einige Versicherungen gibt's bares Geld vom Staat. Allgemein gesagt für die Verträge, die zur persönlichen Vorsorge abgeschlossen werden oder die aus beruflichen Gründen benötigt werden.



Die “Basis”-Versorgung

Die Kosten, welche man für die sogenannte Basis-Absicherung oder Basisrente aufbringt, können als Sonderausgaben abgesetzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung - aber auch die zur privaten Basis-Vorsorge, der sogenannten Rürup-Rente. Für das Jahr 2018 sind 86 Prozent der Einzahlungen abzugsfähig, die Bemessungsgrenze liegt bei 23,712 EUR. Für Ehepaare gelten doppelte Beträge. Eintragen dürft ihr das ganze in der Anlage “Vorsorgeaufwendungen”.


Beiträge zur Riester-Rente

Schon mal von einer "Günstigerprüfung" gehört? Das passiert bei der Riester-Rente. Denn der Staat fördert die Riester-Rente entweder über Zulagen oder über einen Sonderausgabenabzug durch die Einkommenssteuererklärung. Je nachdem was für den Steuerpflichtigen günstiger ist. Das hängt von einigen Faktoren wie der Anzahl der Kinder, dem Steuersatz und den gezahlten Beiträgen ab. Diese Prüfung müsst ihr übrigens nicht selbst durchführen: Ihr tragt einfach die Riester Beiträge in die Anlage AV ein und der Finanzsachbearbeiter (oder wohl eher dessen Software) nimmt die Prüfung vor.



Beruflich veranlasste Versicherungen

Habt ihr Verträge die eure berufliche Situation absichern, so könnt ihr diese vollumfänglich als Werbungskosten absetzen. Beispiele hierfür? Berufshaftpflicht, Arbeitsrechtsschutz, Unfallversicherung… und noch einige mehr. Eintragen könnt ihr das dann in der Anlage N.


Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Auch wenn es keine direkten Verträge zur Altersvorsorge sind: Der Staat akzeptiert noch deutlich mehr an Versicherungsverträgen, welche der Altersvorsorge indirekt zugeordnet werden können. Hierzu zählen z.B. die Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Pflegeversicherung und Haftpflichtversicherung - oder wie oben erwähnt alte Lebens- und Rentenversicherungen (vor 2005 abgeschlossen). Für Arbeitnehmer und Beamte gilt die Höchstgrenze von 1900 EUR pro Jahr, für Selbstständige erhöht sich diese Grenze auf 2800 EUR. Bei Ehepaaren können die Beiträge wie auch die Grenzen der Ehegatten zusammengerechnet werden.


Diese Versicherungen können nicht abgesetzt werden

Reine Sachversicherungen wie zum Beispiel die Vollkasko deines Autos oder deine Hausratversicherung sind nicht über die Einkommenssteuer absetzbar. Auch private Rechtsschutz- oder Lebensversicherungen welche nach 2004 abgeschlossen wurden und keine Riesterversicherungen sind, könnt ihr nicht absetzen.


Wir hoffen, wir konnten euch hier einige Ansätze liefern, eure Steuererklärung noch etwas zu optimieren. Aufgrund der Komplexität des Themas noch eine Bitte: Nehmt diesen Leitfaden nicht zu genau, im Zweifelsfall konsultiert einen Steuerberater oder holt euch eine Steuersoftware, da pauschale Aussagen im Steuerrecht leider nicht ganz so einfach sind und immer der Einzelfall betrachtet werden sollte.


Was ihr aber auf jeden Fall mitnehmen dürft: Viele Versicherungen lohnen sich alleine deshalb schon, weil der Versicherungsschutz durch den Staat finanziell gefördert wird. Im Endeffekt reduzieren sich also eure Versicherungsbeiträge durch eure Steuererstattung wieder :-)


Und nun viel Spaß beim Papierkram, euer Klaus Team











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